Ein alter Plan

Man Spooning – Verb , two men locked in the spoon position during an alpine bivy.  Depending on the participants, usually a function of age and or temperature, man spooning may take several seconds, minutes or even hours to begin. Once both parties have accepted the terms on their situation, man spooning usually continues until it’s time to start climbing.  It is not common to hear the expression “Lets manspoon” this is usually a silent agreement. 

 

Um etwaigen Fragen zuvorzukommen: Es war trotz übervoller Biwakschachtel doch nicht nötig. Einer schlief sitzend am Boden und ein Weiterer nahm mit seinem Schlafsack und der frischen Bergluft draußen vorlieb. Außerdem wars zu elft ja auch ganz warm in der Schachtel. Nur ein bisschen eng halt.

Aber was bewegte uns eigentlich zu zwei Übernachtungen in dieser halb Sterne Unterkunft ?

Frühjahrszeit ist ja bekanntlich Nordwandzeit und so musste ein Zeitfenster mit günstigen Verhältnissen natürlich sofort genutzt werden. Der Plan wurde schon letzte Saison geschmiedet, musste allerdings dann weil wir das Fenster nicht nutzten auf diese Saison verschoben werden. Den Plan hatten aufgrund des Zeitfensters dann aber auch mehr als in der Biwakschachtel planmäßig Platz hatten.

Aber was war der Plan? Am ersten Tag rauf, am zweiten Tag noch weiter rauf und wieder runter und am Letzten Tag noch mal wo anders rauf und wieder ganz runter. Also eigentlich ganz einfach. Mit Biwak. Und mit Ski. (Zu) viel essen war auch dabei. Und ein Thomas. Ein Robert, eine Tina, ein halber Lukas und ein doppelter Korbi.

Los gings dann Freitag mittags. Die Anreise führte uns über den Brenner nach Sterzing zum ersten „Biwak“. Nachdem wir dort die kulinarischen Genüsse Italiens (Pizza und Cappuccino) über uns ergehen ließen konnten wir dann endlich zu unserem Tagesziel dem Günther-Messner-Biwak aufbrechen. Dort ergatterte jeder von uns noch einen freien Matratzenplatz und konnte im Gegensatz zu einigen Spätankömmlingen (Boden, Schlafsack, Womenspooning) eine relativ angenehme Nacht verbringen.

Der Samstagmorgen begann wie jeder Morgen mit aufstehen. Nachdem wir aus Rationalisierungsgründen keinen Kaffee mit an Bord hatten gingen wir dann auch direkt los über die Grießscharte zurück auf die Nordseite des Alpenhauptkammes. Dann noch eine Querung über einen Gletscher und wir standen direkt unter unserem ersten Ziel. Die Hochfeiler Nordwand. Diese zeigte sich anfangs sehr gutmütig und machte uns das durchkommen durch eine feste Schneeauflage einfach, später wurd‘s dann enger und man stand gefühlt mit einem Fuß im Blankeis. Am Gipfel trennten sich dann die Wege. Korbi, Tom und Robert „bewegten“ [R. März] sich über die Nordwand wieder zurück zum Biwak. Lukas, der sich leider schon von uns verabschieden musste, Tina und ich wählten dann den flacheren Weg über die Südseite zurück Richtung Parkplatz und wieder den Anstieg zum Biwak. Eine Entscheidung die wir später noch als Fehler bezeichnen sollten.

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Nach einem kraftraubenden zweiten Anstieg zum Biwak in der Nachmittagssonne gabs dann zur Stärkung und zur Erleichterung der Rucksäcke noch eine Große Ladung Tortellini, ein wenig Schokolade, die Letzten Sonnenstrahlen wurden genossen, Teewasser wurde Geschmolzen und wir räumten uns in unseren Betten auf.

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Der Sonntag begann dann aufgrund einiger zeitlicher Verwirrungen aufgrund der Zeitumstellung etwas zu zeitig. Vermerk T.März: Liebe EU, bitte abschaffen! Jemand kochte panisch große Mengen Porridge mit Schokolade um seinen Rucksack für den Tag zu erleichtern, man musste aufgrund des zeitigen Aufstehens noch eine längere Zeit auf das Hellwerden warten, aber dann konnten wir direkt vom Biwak aus die Hochferner Nordwand in Angriff nehmen. Auch diese zeigte sich anfangs wieder gutmütig, dann eher spannend. Den Einstieg in den spannenden Teil bildete ein kurzer Quergang in einer Blankeispassage, der durch Sichern entschärft werden konnte. Dann gings landschaftlich eindrucksvoll im Stapfschnee zwischen einem heute gnädiger Weise stabilen (nicht so spannend) Serac und einer Felswand weiter in Richtung eines Gletscherbeckens. Von dort dann nur noch über einen Firnhang weiter in eine Scharte und über Felsen hinauf zum Gipfel. Dann folgte noch eine teilweise geniale Firnabfahrt und nach einem kleinen aber steilen Gegenanstieg (Zitat des langsamsten: “Was waar jetzt der Gegenanstieg ?“ -> der fitteste geht immer als Letzter) die endgültige Abfahrt zum Parkplatz.

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Da wir uns ja noch immer auf italienischen Staatsgebiet befanden mussten wir natürlich wieder im Biwak einkehren und so endete es wie es begann mit einer Pizza und zum Schluss gabs noch einen Cappuccino vor der Heimreise.

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Bilder von Thomas

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